Kennst du OpenStreetMap?

In den Urlaub fahren, sich in einer neuen Stadt zurecht finden oder auch in der eigenen Umgebung eine wichtige Adresse suchen – schon lange greifen viele Menschen nicht mehr auf gedruckte Landkarten und Straßenpläne zurück, sondern benutzen digitale Karten aus dem Internet. Dabei ist den meisten NutzerInnen aber nicht bewusst, dass sie damit in bestimmten Fällen gegen das Datenurheberrecht verstoßen können und für den Gebrauch dieser Daten eigentlich bezahlen müssten. Denn in den meisten Ländern der Erde sind geografische Daten, die sogenannten Geo Data, nicht frei, sondern gehören zum Beispiel regierungsnahen Ämtern wie dem Militär.
Die persönliche Benutzung von Google und Co ist rechtlich gesehen nur eingeschränkt erlaubt. Hinzu kommt, dass diese Karten oft weder aktuell noch vollständig sind und Fehler meist nur langsam verbessert werden. Wesentlich ist auch, dass man im Internet oft nur fertige Kartenbilder bekommt, jedoch nicht die Daten, aus denen sie berechnet wurden.

Was ist OpenStreetMap?

Das Projekt OpenStreetMap (OSM) gehört zu den sogenannten Wiki-Projekten. Der Kern des Projektes ist eine Datenbank mit geographischen Daten nach dem Vorbild der Internetplattform Wikipedia. OSM hat sich zum Ziel gesetzt, frei nutzbare Geodaten – das heißt Daten über Straßen, Häuser, Eisenbahnlinien, Radwege, Flüsse, Wälder und alles andere, was auf Karten zu sehen ist – zu sammeln und damit eine digitale, freie und offene Weltkarte zu produzieren, auf die alle Interessierten kostenlos Zugriff haben und an der alle auch mitarbeiten können. Dies ist möglich, weil die Daten selbst erhebt und nicht aus existierenden Karten abgemalt werden. Dadurch besitzt die OpenStreetMap-Community alle Rechte daran selbst. Die OSM-Daten darf jeder lizenzkostenfrei einsetzen und beliebig weiter verarbeiten.

Wie beteiligen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich am Projekt OSM zu beteiligen. Je nach Interesse kannst du dich entweder beim Zeichnen der Karte, beim Weiterentwickeln des Projektes oder beim Sammeln von Daten für die Datenbank mithilfe von GPS-Geräten oder Luftbildern, dem sogenannten Mapping, einbringen. Eine weitere Form der Mitarbeit besteht darin, über die OSM-Hauptseite "Fehler" zu melden.

OpenStreetMap in der Welt...

Das im Jahr 2004 von dem englischen Informatiker Steve Coast gegründete OSM-Projekt zählt mittlerweile über eine Million BenutzerInnen. Weltweit haben sich sogenannte OpenStreetMap-Communities gegründet, welche auf freiwilliger Basis an der Sammlung und Bearbeitung der Geo-Daten sowie an der Entwicklung der Software mitarbeiten und dadurch versuchen, die Abhängigkeit von anderen Anbietern zu beenden. Von den verschiedenen Communities werden auch immer wieder sogenannte Mapping-Parties veranstaltet, bei denen ein vorher festgelegtes Gebiet gemeinsam erfasst und in die Datenbank eingetragen wird. Außerdem gibt es neben regelmäßigen lokalen OSM-Community-Treffen auch alljährlich eine OpenStreetMap-Konferenz, die „State of the Map".

...und in Südtirol

Auch in Südtirol gibt es eine OSM-Community, welche eng mit der OSM-Community im Trentino zusammen arbeitet. Im Rahmen des OpenGisData.eu-Projektes der Autonomen Provinz Bozen, in Zusammenarbeit mit dem TIS innovation park und dem Südtiroler Gemeindenverband hat sich eine weitere Community rund um das Thema Open Data gegründet. Im Rahmen des OpenGisData.eu-Projektes, welches das Ziel verfolgt, die Geo-Daten der Provinz Bozen frei verfügbar zu machen, um diese unter anderem in OpenStreetMap weiter zu verwenden, organisiert das TIS innovation park regelmäßig ein Mappers Meeting, bei dem Interessierte herzlich willkommen sind.

Mapping Projects

OpenStreetMap ist die größte freie Geo-Datenbank der Welt. Daraus werden Karten aller Art erstellt, zum Beispiel für Wanderer, RadfahrerInnen, SeglerInnen oder KajakfahrerInnen. Es gibt aber auch zahlreiche Spezialkarten, an denen Mitglieder von OSM arbeiten, so zum Beispiel barrierefreie Karten für Menschen mit Behinderung oder Karten, welche sich mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit auseinander setzen.

Mehr Infos

Wer sich noch weiter mit dem Thema OSM beschäftigen möchte, findet hier die wichtigsten Links.

OpenStreetMap

Informationsseite OpenStreetMap

Mailingliste OpenGisData.eu

Mailingliste OSM - Südtirol

Kennst du Open Data?

Open Data, also übersetzt "offene Daten", ist die Idee, Daten öffentlich frei verfügbar und nutzbar zu machen. Denn Daten, die öffentliche Verwaltungen, Behörden und Institutionen produzieren, bergen ungeahntes Potential. Wenn alle Bürgerinnen und Bürger transparent Zugang zu Geodaten, Verkehrsdaten, Wetter- und Umweltdaten, Haushaltsdaten, Statistiken, Publikationen und Forschungsergebnissen, Protokollen, Gesetzen, Urteilen und Verordnungen haben, ist eine nachhaltige demokratische Entwicklung möglich.

Was sind Open Data?

Open Data sind, kurz gesagt, frei verfügbare Daten. Es bedeutet, dass von öffentlichen Verwaltungen bezahlte und verwaltete Informationen jedweder Art für alle offen und frei zugänglich sind. Aus einem Archiv von verschiedensten Informationen können über sichere Portale Daten ohne Einschränkung geladen, frei genutzt, weiterverarbeitet und wiederum zur freien Weiterverwendung frei zugänglich gemacht werden. Das können raumbezogene Daten, Verkehrsinformationen, Publikationen und Forschungsergebnisse, Schulmaterialien oder Medieninhalte sein. In der Regel handelt es sich um Daten, die ohnedies bereits für alle offen zugänglich sind. Einzige Ausnahme sind personenbezogene Daten oder Daten, die auf Personen schließen lassen – sie bleiben weiterhin unzugänglich.

Warum Open Data?

Transparenz und Zusammenarbeit ermöglichen Entwicklung: Open Data tragen zur Verbreitung von nützlichen Informationen bei: Daten und Kenntnisse werden allen zugänglich gemacht und beeinflussen das Wachstum für das Gemeinwohl und die Verbindung verschiedener Datenmengen günstig. Die Idee hinter Open Data ist, dass Daten nicht mehr exklusiv genutzt werden, sondern beliebig und für alle zugänglich und frei nutzbar sind – zur persönlichen Information sowie auch für kommerzielle Zwecke, wie beispielsweise Applikationen. Für TechnikerInnen und ProgrammiererInnen bedeutet der Schritt in Richtung Open Data eine immense Fortentwicklung und Steigerung der beruflichen Professionalität. Umständliche bürokratische Anfragen und Wege gehören dadurch der Vergangenheit an. Informationen werden weiter vererbt und weiterentwickelt und so fort. Der Kreis schließt sich, es ist ein Nehmen und Geben sowie pausenloses Weiterentwickeln. Durch offene Datensätze ist es möglich, an Bestehendem zu arbeiten, es zu verbessern, wiederum weiterzugeben und so fort – man muss nicht bei Null starten. Dies wiederum ermöglicht finanzielle und zeitliche Einsparung von Ressourcen und deren effizienten Einsatz.

Open Data in der Welt...

Daten sind digitales Gold: Letzthin haben etliche Regierungen weltweit damit begonnen, auf ihren Websites ihre offenen Daten der öffentlichen Verwaltung zu veröffentlichen, um das Thema "Open Data" in der Öffentlichkeit voranzutreiben und Bürgerinnen und Bürgern dahingehend zu sensibilisieren. Die EU schreibt vor, dass Open Data in der Form an Dritte weitergegeben werden müssen, dass diese sie auch verstehen und verwenden können. Sie sieht im Offenlegen von Daten der öffentlichen Verwaltung einen wichtigen Beitrag für eine demokratische und wissensbasierte Gesellschaft. EU-weit gibt es daher jährlich auch den International Open Data Day. Neben Open Data sind weitere Open-Bewegungen entstanden, beispielsweise OpenStreetMap, Open Source, Open Government, Open Content, Open Education...

...und in Südtirol:

In Südtirol treibt das Zentrum für Free Software und Open Technology im TIS innovation park Projekte in Richtung Open Data voran und unterstützt diese. Der International Open Data Day wird auch in Südtirol begangen, während die anderen Themen sind an der SFScon – Free Software Conference präsentiert.

In 5 Schritten zum Open Street Mapper

Jede und jeder kann Open Street Mapper werden und mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung und Vervollständigung der digitalen Wiki-Weltkarte leisten. Wer neugierig geworden ist und das Mappen so schnell wie möglich selbst versuchen möchte, dem wird hier gezeigt, wie es geht. Keine Panik, es ist ganz einfach!

Schritt 1: Registriere dich auf www.openstreetmap.org

Wenn du die Hauptwebsite aufgerufen hast, dann leg dir einen Account an. Den Benutzernamen kannst du dir selbst aussuchen. Er ist öffentlich und von nun an werden alle deine Beiträge mit diesem Namen verbunden. Durch die Angabe deiner E-Mail-Adresse können andere Mapper mit dir in Verbindung treten. Sie senden Nachrichten an deinen Benutzernamen und diese werden dann an deine E-Mail-Adresse weitergeleitet. Deine Adresse wird jedoch nicht sichtbar sein, nie verkauft oder für andere Zwecke weitergegeben. Achtung! Es gibt die Möglichkeit sich bei OpenStreetMap (OSM) zweimal anzumelden und einzuloggen. Einmal zum Editieren auf der Hauptseite und einmal direkt auf der Wiki-Seite von OSM. Beide Logins sind voneinander unabhängig!

Schritt 2: Erstelle ein Profil

Sobald du dich registriert hast, erhältst du eine Bestätigungsmail mit einem Link, den du aufrufen musst. So wird ausgeschlossen, dass sich jemand anders mit deiner E-Mail-Adresse registriert. Nun kannst du dir ein Profil erstellen und deinen Heimatort in der Karte anklicken. Andere NutzerInnen können nun sehen, wer in ihrer Nähe aktiv ist.

Schritt 3: Wähle dir eine Karte aus

Wenn du dich auf der Hauptseite von OSM befindest, kannst du dir einen beliebigen Kartenausschnitt auswählen. Du kannst zwischen einer Standard-, einer Verkehrs-, einer MapQuest- oder einer Radfahrerkarte auswählen.

Schritt 4: Bearbeite die Karte

Am Sinnvollsten ist es, wenn du für den Anfang auf der Karte eine Ortschaft anklickst, in der du dich sehr gut auskennst und wo du vielleicht beispielsweise auch schon einen Fehler entdeckt hast. Nun kannst du in der Leiste am oberen Bildschirmrand auf Bearbeiten drücken und die Änderungen einfügen. Dir stehen folgende Werkzeuge zum Mappen zur Verfügung: Potlach, JOSM, Merkaartor. Wichtig: Du musst die Daten mit Eigenschaften versehen.

Schritt 5: Lade die Daten hoch

Nun brauchst du die Daten nur noch in die OSM-Datenbank hochladen und schon bist du ein Mapper. Um zu prüfen, ob die geänderten oder neuen Daten auch auf dem zentralen Server angekommen sind, klicke einfach in der Hauptansicht auf die Option Kartendaten durchsuchen.

Alles klar?
Falls nicht, gibt es online jede Menge Anleitungen für OSM-Beginner. Hier einige Links:

Wilkommen im OSM


Beginners' Guide


Video Tutorial