Paolo VIskanic

profile_picture

Paolo Viskanic
Der Agrarfachmann

Wie weit man es mit einem Studium der tropischen und subtropischen Landwirtschaft bringen kann, zeigt der Lebenslauf des Meraner Agrarfachmanns Paolo Viskanic. Geboren und aufgewachsen ist der 50jährige in Meran, wo er auch heute noch lebt. Nach Abschluss seines Studiums der tropischen und subtropischen Landwirtschaft in Florenz hat er für zehn Jahre an internationalen Projekten der FAO und der EU in Ostafrika mitgearbeitet. Dabei ging es hauptsächlich um die Verwaltung von Informationen für die Erhaltung der Artenvielfalt und anderer natürlicher Ressourcen. Schon während seines Studiums und später auch bei internationalen Aufträgen hat er geografische Informationen und Datenbanken eingesetzt und später diese Kenntnisse genutzt, um über R3 GIS S.r.l. für öffentliche Verwaltungen und private Kunden in Italien, Österreich und Deutschland innovative Dienstleistungen anzubieten.

Wann und wie sind Sie mit der Welt von Open Data, Open Source etc. in Kontakt gekommen?

Ich habe viele Jahre mit proprietärer Software erfolgreich gearbeitet. Mit Open Source bin ich in Kontakt gekommen, als ich R3 GIS gegründet habe. Bis dahin hatte ich hauptsächlich mit Programmen gearbeitet, die man auf dem eigenen PC installiert, und damals gab es kaum Alternativen zu den proprietären Systemen. Aber vor ca. zehn Jahren verlagerten sich die Programme vermehrt vom Desktop (also vom eigenen Computer) ins Web. Dies war eine wichtige Chance für Open Source, da der Endbenutzer über einen Webbrowser, wie Internet Explorer oder Mozilla, sämtliche räumliche Funktionalitäten zur Verfügung hatte. Woher diese Dienste kamen, war für den Endbenutzer irrelevant – Hauptsache sie erfüllten die Bedürfnisse. In diesem Umfeld gab es einen großen Schub für die Entwicklung von neuen Standards und für Open-Source-Projekte und R3 GIS wirkte von Anfang an mit. Open Data ist ein sehr viel neueres Phänomen: Die Bürger fordern mehr Transparenz und Zugang zu Daten, um selbst ihre Analysen und Bewertungen durchführen zu können. Gleichzeitig gibt es auch immer mehr Daten, die von den Institutionen gar nicht mehr ausreichend analysiert und ausgewertet werden können. Hier gibt es Entwicklungspotential für Auswertungsinstrumente und Darstellungswerkzeuge. Big Data, e-Government und Infografiken, sind hier einige Stichworte zu Techniken und Instrumenten, die in Zukunft immer mehr gefragt sein werden.

Was ist Ihre Aufgabe bei R3 GIS? Erzählen Sie uns bitte mehr darüber.

Ich habe vor 10 Jahren gemeinsam mit anderen R3 GIS gegründet, wobei ich vor allem meine Kenntnisse und meine Erfahrung zu geografischen Informationssystemen eingebracht habe. Seit 2005 bin ich für die Geschäftsführung und den Verkauf zuständig. Ich finde neue Kunden, berate sie über die Verwaltung ihrer Daten und biete ihnen dann Lösungen an, die von meinen Mitarbeitern entwickelt werden.

R3 GIS setzt vorrangig Open-Source-Technologien ein. Außerdem hält R3 GIS in Italien Kurse zu freier und Open-Source-GIS-Software ab. Was genau versteht man unter Open Source und warum haben Sie sich entschieden damit zu arbeiten?

Wörtlich genommen steht Open Source für „offenen Quellkode", was unter anderem bedeutet, dass jeder, der technisch versiert und neugierig genug ist, sich die inneren Mechanismen der Programme ansehen und eventuell ändern kann. Für R3 GIS ist Open Source aber auch ein innovatives Geschäftsmodell in der Entwicklung von Programmen und Dienstleistungen. Damit ein Programm funktioniert, bedarf es vieler Bestandteile, unter anderem des Betriebssystems, der Datenbank und des Web-Servers. Diese allgemeinen Komponenten werden von einem weltweiten Netzwerk von Programmierern weiterentwickelt und betreut. Alle haben etwas davon, weil alle diese Programme bei unterschiedlichen Projekten einsetzen. Aus diesen allgemeinen Komponenten entwickeln wir dann maßgeschneiderte Lösungen für die Anforderungen unserer Kunden. Open Source fördert Netzwerke, internationale Zusammenarbeit, Kreativität und Innovation, da alle die Möglichkeit haben, ihre Ideen über die Weiterentwicklung umzusetzen. Gleichzeitig werden lokale Kompetenzen aufgebaut. Aus der Sicht des Programmierers bedeutet das persönliche Weiterentwicklung und Kompetenzsteigerung. Für die lokale Wirtschaft bedeutet Open Source mehr qualifizierte Arbeitsplätze und eine vermehrte lokale Wertschöpfung, da die wesentlichen Leistungen vor Ort erbracht werden und nicht nur Programme Dritter (die oft aus dem Ausland kommen) weiterverkauft werden.

Mehr Infos

R3 GIS
http://www.r3-gis.com